Eine Untersuchung der Gesellschaft in Thomas Manns Zauberberg (German Edition)


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MA theses 2010 and prior

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Keeping It Simple. Das Geheimnis der Ehe. German-Canadian Identitiy Negotiation. Repairs of Time References in Psychodiagnostic Talks. Narrative Seach for the Golden Spikes. Analyzing the Anthropocene in Theory and Fiction. Kometensplitter einer Biographie und die vielstimmige Beweglichkeit der Kunst. Zwischen Vater und Mann. A Linguistic Analysis. Also meine freundin sie kommt aus schwaben: Use of the German participle 'also' in a study abroad context.

A Case Study. Die Bedeutung von High Context Cultures vs. Endlich frei? Unrechtsstaat or "Normal" State? How to Communicate Global Warming? Analyzing narrated language use: What does it mean to be a German speaker? Die "Betrachtungen" sind unter dem Blickwinkel zu beurteilen, daB es sich hier um die gedankliche Auseinandersetzung mit nur einer der zeitgeschichtlich sich darbietenden Gesinnungsmoglichkeiten han- delt, von der sich der Autor freilich am Ende des Essays freigeschrieben hatte und dann rasch loste, nachdem ihm ihre Fragwiirdigkeit und ihre Gefahr fiir die Humanitat klar geworden war.

Sein "Bekenntnis zur Demokratie" resultiert seinen eigenen Worten zufolge aus einer Einsicht, die seiner "deutsch-biirgerlichen Herkunft urspriinglich fremd war: die Einsicht, daB das Politische und Soziale ein Teilgebiet des Menschlichen ausmacht, daB es der Totalitat des humanen Problems angehort, vom Geiste in sie einzubeziehen ist.

Seit ihm durch den ersten Weltkrieg die Fragwiirdigkeit und Briichigkeit der alten europaischen Ordnung deutlich geworden ist, sucht er nun den Geist der Humanitat als das noch ubrigbleibende Ver- bindliche erneuernd zu bewahren und zu befestigen, wobei er das Poli- tische als eine Form des Humanen und in Geist und Kunst die Ver- pflichtung zur praktischen Verantwortung fiir den Menschen entdeckt. In der Rede "Von deutscher Republik" bekennt er sich zur Weimarer Republik und zur Demokratie; hier kommt im Hinblick auf den Zauberber g-Roman, und im Gegensatz zu der in den "Betrachtungen" noch von ihm vertretenen riickwartsgewandten, romantischen Todes- sympathie sowie Mystifizierung des Krieges als eines menschlichen Urtriebes, seine wesentliche Einsicht in eine humane Mittelposition zum Tragen.

Diesem Ethos der mediocritas, einem romischen Humanitats- ideal, fiir das die Tugend eine Mittelstellung einnimmt zwischen zwei Lastern, entspricht sowohl Castorps Aufenthalt auf dem "sittlichkeits- gefahrdenden" Zauberberg, wo er zwischen "zwei gleichermaBen schnur- rige Erzieher gestellt ist" , als auch seine im Schneegebirge gewonnene humane Erkenntnis, die "sozial und innerlich, menschlich und aristokratisch zugleich ist und zwischen Romantizismus und Auf- klarung, zwischen Mystik und Ratio eine schone und wiirdige — man darf es sagen: eine deutsche Mitte halt.

Die hier nur kurz umrissenen Essays Thomas Manns konnen in gewissen Grenzen wie Erganzungen zum Zauberberg gelesen werden. Indem er die damalige geistige, politische und moralische Krise des Vorkriegseuropas vergegenwartigt, kann der Ro- man durchaus als ein "Dokument der europaischen Seelenverfassung und geistigen Problematik im ersten Drittel des zwanzigsten Jahrhun- derts" gelesen werden Mayer im Rahmen der "alchimistisch-hermetischen Padagogik" sichergestellt Mann 3: , bei der es sich letzten Endes doch auch um eine Debatte um den spezifisch deutschen Weg handelt.

Keineswegs geschieht diese erstaunliche Kompilation von zeitgeschichtlichem, tra- diertem Bildungsgut im Roman aus reinem Selbstzweck heraus, etwa um ein moglichst vollstandiges Bild der Zeit und ihrer geistig-morali- schen Tendenzen zu bieten; noch geschieht sie zu dem Zwecke, dieses Bildungsgut durch die sich widersprechenden Positionen ad absurdum zu fiihren vgl.

Holthusen Die hier von Thomas Mann verwendete perspektivische Methode der "doppelten Optik" Koopmann, Entwick- lung , wie sie iibrigens durchgangig das gesamte Erzahlwerk Manns kennzeichnet, untersteht funktional einer fiir ihn typischen ironi- schen Erzahltechnik, die sich prinzipiell jeder eindeutigen Parteinahme, jedem normativen Moralismus entzieht.

Die Ironie ist bei Thomas Mann Ausdruck einer distanzierten, ironisch polarisierenden Betrachtung aller Einzelphanomene des Gesamten, woraus sich in der Folge ein Relati- vismus ergibt, der nicht zu einer nihilistischen Auflosung der Einzelele- mente fiihrt, sondern diese als Bestandteile, als Manifestationen der Universalitat des Lebens duldet. Ebensowenig wird man dieser eigentiimlichen Ironie gerecht, indem man den ihr zugrundeliegenden Relativismus in seiner Bedeutung reduziert auf bloBe Standpunktlosigkeit oder Indifferenz des Autors. Es handelt sich viel- mehr um das Gestaltungsmittel einer "relativierenden Ironie," die das in jedem Aspekt enthaltene Positive wie Negative begreift und anschau- lich macht, wobei "jedes Phanomen durch seine Polaritat zum Symbol des Lebens in seiner Ganzheit wird" Jendreieck Poetisch-symbolische Ausformung gewinnt diese Position der "deutschen Mitte" zwischen westlichen und ostlichen Denkhaltungen auf fiktionaler Ebene in der Beschreibung von Castorps Erinnerung an eine "Kahnfahrt im Zwielicht": Da hatte zehn Minuten lang, wahrend Castorp sich iiber die stillen Wasser dahin ruderte, eine verwirrende und traumerische Konstella- tion geherrscht.

Im Westen war heller Tag gewesen, ein glasig niich- ternes, entschiedenes Tageslicht; aber wandte er den Kopf, so hatte er in eine ebenso ausgemachte, hochst zauberhafte, von feuchten Nebeln durchsponnene Mondnacht geblickt. Diese wird durch das Bild der Kahnfahrt ein- gegliedert in das weitgespannte Netz von Leitmotiven, wodurch das Thema der Lauterung vom Tod zum Leben, von der Neigung zu Auflo- sung und Verfall hin zu einer humanen Lebensfreundlichkeit, in man- nigfacher Wiederholung und Variation immer wieder anklingt.

Bei weitem die bedeutsamste Gestalt in dieser Beziehung ist der Ita- liener Settembrini, Reprasentant des westlichen Prinzips und des auf- geklarten Humanismus biirgerlich-liberaler Pragung, ein dem Mensch- heitsfortschritt sowie politischem Aktivismus verschworener Demokrat. Doch wenn Settembrini auch hier zuweilen noch mit stark karikaturisti- schen Ziigen ausgestattet ist und sogar schon nach kurzer Zeit von Hans ironisch entlarvt wird als zwar liebenswiirdiger, aber selbstgefalliger rhetorischer Asthet, dem es mehr um das schonformulierte Wort als um die Lehre selbst zu tun ist, so darf man gleichwohl nicht iibersehen, daB er immerhin der Reprasentant des Humanismus ist, der durch den gan- zen Roman hindurch das Prinzip des Lebens gegeniiber der Neigung zu Krankheit und Tod verteidigt.

Mit seinem "Vernunfthornchen" 3: blast er an gegen inhumane Tendenzen und erfiillt auf diese Weise durchaus eine Uberwachungsfunktion fiir Castorps LauterungsprozeB. Settembrinis EinfluB auf Castorps geistige Entwicklung hin zu einer das Leben bejahenden Einstellung sollte nicht unterschatzt werden, zumal er mit seiner Uberzeugung von der Einheit des humanistischen Geistes und der Politik der wahrend der zweiten Phase geanderten Gesinnung Thomas Manns Ausdruck verleiht: "Denn die Literatur sei nichts anderes als eben dies: sie sei die Vereinigung von Humanismus und Politik, welche sich um so zwangloser vollziehe, als ja Humanismus selber schon Politik und Politik Humanismus sei.

Die unmiBverstandliche Formulierung Settembrinis, die sich von Manns eigener — das Politische und Soziale seien Teilgebiete des Menschli- chen — wegen ihrer Eindeutigkeit unterscheidet, wird durch ihm entge- genstehende Einstellungen anderer Romanfiguren ironisch relativiert. Im ersten Teil des Romans verkorpert Settembrini zum einen durch seine siidliche Herkunft einen Gegensatz zu dem aus dem Norden stammenden Castorp, was im Hinblick auf das Gesamtwerk Thomas Manns immer auch den Gegensatz zwischen einer Art Vagabundentum "Drehorgelmann" 3: 82 und solider, konservativer Biirgerlichkeit andeutet.

Zum zweiten vertritt Settembrini als westliches oder abend- landisches Prinzip, als Prinzip der Zivilisation, einen Gegenpol zu der Russin Clawdia Chauchat — eingefiihrt als Todesbotin bereits in Cas- torps Traum kurz nach seiner Anreise — , der Reinkarnation Hippes und mit ihren "Kirgisenaugen" Sinnbild fiir das "Schleierig-Nachtige" 3: des auflosungssehnsiichtigen, asiatisch-ostlichen Prinzips, wie es im Roman durchweg dargestellt erscheint.

Es entspricht dabei der relativie- renden Ironie des Autors, wenn Clawdia Chauchat in der Genialitat und Freiheit, die ihr durch die Krankheit zustatten kommen, wenn sie in ihrer "Mahnschlichkeit" z. Im weiteren Verlauf des Romangeschehens wird Settembrinis demo- kratisch liberaler Humanismus mit dem geistig-poiitischen Dogma des Totahtarismus Naphtas, eines iiberaus scharf und logisch argumentie- renden jesuitischen Juden konfrontiert.

Gegeniiber Settembrinis aufge- klartem, den Menschen und das Leben bejahendem Rationalismus und seiner Idealvorstellung einer demokratischen WeitrepubUk, enthiillt Naphta in schneidender Geistes- und Sprachgewandtheit seine irrational- mystische, lebens- und menschenfeindUche Sinnesart.

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Auf verwirrende Weise sucht er unter skrupelloser Rechtfertigung von Gewah und Ter- ror, sowie mit souveranem Hinwegfegen aller Bedenken gegen die In- kompatibilitat der jeweiligen Denkpositionen, jesuitischen Katholizis- mus, mittelalterlich spanische Herrschaftsstrukturen und modernen Kommunismus zu der Idee einer diktatorisch-totalitaren Weltherrschaft zu vereinen.

Innerhalb dieser kommt es ihm nicht auf das Interesse und die Dienstbarkeit fiir das Leben an, sondern auf dessen Unterdriickung zugunsten des aristokratischen Geistes. Obwohl der "Dunkelmann" Naphta mit seiner "Rabulistik" die wohl negativste der ideologischen Moglichkeiten verkorpert, dient auch seine Position, erzahltechnisch gesehen, der relativierenden Ironie. Sein riickwartsgewandter, lebens- feindlicher und totalitarer Dogmatismus, der die faschistoiden Ansatze verschiedener Ideologien bewuBt macht, hat im Rahmen der Konfigura- tion die Funktion, den von Settembrini postulierten, historisch tradier- ten, nur an Schonheit und Form ausgerichteten Humanismus anzugrei- fen und durch provozierende Kritik zu einer erneuernden Uberpriifung dessen Inhalte aufzufordern, so dafi Castorp in die Lage versetzt wird, beide Seiten auf ihre Moglichkeiten, Risiken und Grenzen hin einschat- zen zu lernen.

Peeperkorns artikulationsunfahige dionysische Verherr- lichung des elan vital, seine Mythisierung des Korperlichen und Ge- schlechtlichen sind genau wie die anderen im Roman diskutierten Prinzipien Bestandteil der Totalitat des menschlichen Daseins, um dessen Erkundung sich ja die hermetische Erziehung Castorps dreht. Aber ebenso wie die tibrigen Grundhaltungen erscheint auch das der maBlosen Lebenshingabe, wie sie der majestatische alte Mann demon- striert, ironisch relativiert. Nicht nur wird durch Settembrini auf die Gefahren verwiesen, die in der vorbehaltlosen, irrationalen Huldigung der groBen, dynamischen Personlichkeit, der iiberwaltigenden Herr- schernatur liegen: "Indem Sie aus der Personlichkeit ein Geheimnis machen, laufen Sie Gefahr, der Gotzenanbetung zu verfallen.

Sie vene- rieren eine Maske.

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Sie sehen Mystik, wo es sich um Mystifikation han- delt, um eine jener betriigerischen Hohlformen" 3: Es zeigt sich dariiber hinaus, daB Peeperkorns bacchantisches Feiern des Lebens sowie seine Verklarung von Vitalitat und Erotik schon ironischerweise von Krankheit und Verfall untergraben sind, wodurch sie groteske Ziige erhalten. Ein beinahe mitleiderregendes Verlangen nach Gesundheit und Lebenskraft kommt darin zum Ausdruck, die dem Kranken jedoch ver- sagt bleiben — eine Erkenntnis, die den koniglichen alten Mann in den Freitod treibt.

Dietrich Arlart

Ahnlich wie Peeperkorn ist auch Joachim ZiemBen dem Leben sehn- suchtig zugeneigt, allerdings nicht in grenzenlos dionysischer Hingabe, sondern im Gegenteil aus einem diszipliniert strammen, sittlich militari- schen Ethos der Haltung und Wiirde heraus, das ihn Krankheit, Lebens- unfahigkeit und Tod halsstarrig ignorieren laBt. Seine Weigerung, diese als Bestandteile des Lebensganzen anzuerkennen, muB auch er schlieB- lich mit dem Leben bezahlen. Was die hier umrissene polare Figurenkonstellation mit ihren Posi- tionen des europaischen, geistig-ethischen Bildungsgutes um die Zeit des Ersten Weltkrieges letztlich fiir die Sinnstruktur des Zauberbergs leistet, ist nicht etwa eine radikale Absage und Ungiiltigkeitserklarung an all jene Geistes- und Lebenshaltungen, die hier in ironischer Brechung einen umfassenden Bezugsrahmen von damals sich anbietenden ideolo- gischen Moglichkeiten errichten in einer vom Alltagsleben isolierten, kiinstlichen Erziehungssituation.

Es verbirgt sich hinter der eher spieleri- schen Gestaltung von antagonistischen Welthaltungen und Grundiiber- zeugungen vielmehr das Bestreben Thomas Manns, Dogmatisches wie Einseitiges durch Gegengewichte auszugleichen vgl. Bis zu einem gewissen Grad stellen die Geistespositionen im Roman doch offensichtlich den Diskussionszusammenhang von Thomas Manns eigenen Denkansatzen dar: mit romantisierendem As- thetizismus und Schopenhauerscher Todesmystik, mit Nietzscheschem Lebenspathos, mit riickwartsgeneigtem Konservatismus sowie mit De- mokratie — eine Auseinandersetzung, die in der Welt des Zauberbergs vermoge des erzahlerischen Mittels der relativierenden Ironie in eine humane Mittelposition der Lebensfreundlichkeit und -verantwortlichkeit miindet.

Alle Prinzipien kommen im Zauberberg in zugespitzter, einseitiger und abstrakter Form zum Ausdruck, wodurch eine kritisch-distanzierte Infragestellung und Uberpriifung ihrer praktischen, sozialen Wirksamkeit im Geiste der Humanitat moglich wird. Insofern samtliche Gesinnungen und Einstellungen, einschlieBlich der "Schnee"-Erkenntnis Castorps, in der weltabgeschiedenen, hermetischen Sphare des Sanatoriums nur theoretische Gedankeniibungen bleiben, ohne die Moglichkeit oder gar Intention zu handelnder EinfluBnahme auf das sich in unbestimmter Feme abspielende soziale Leben des Flachlandes, erweisen sie sich als Formen bloB sentimentalischer Sehnsucht nach dem Leben, die Thomas Mann bedenklich erscheinen lafit.

Die Tatsache, daB alle Reprasentanten der extremen und einseitigen Geisteshaltungen auf fiktionaler Ebene den Tod fmden, ist in diesem Sinne rein metaphorisch zu verstehen: nicht als wirkliches Absterben oder Vernichtung der Ideologie selbst, sondern als Fragwiirdig-Werden in dieser Form der normativ starren, praxis- fernen und asthetisierenden Abstraktheit.

Thomas Mann: Der Zauberberg 6p (von 7) – Dieter Hattrup liest

Solange geistiges und kultu- relles Bildungsgut apolitisch bleibt, das heiUt ohne praxis- und gesell- schaftsbezogene Verantwortung und Verpflichtung, entlarvt es sich selbst, wie im Zauberberg, als unverbindliche und deshalb problema- tische Schongeisterei. So gesehen erscheint es gerechtfertigt, in dem Roman die allegorische Exemplifizierung des deutschen Bildungsideals Humboldtscher Pragung zu erkennen, wie es dem Vorkriegsdeutschland noch wohlvertraut war. Einsamkeit und Freiheit ftir die Lehrenden und Lernenden, das ist die soziale Grundidee, die zur Griindung der neuen deutschen Universitat fiihrte.

Schelsky 55 Mit diesem Erziehungsideal einer sich iiber die soziale Realitat erhe- benden, sozusagen in einem geistigen Freiraum mit sich selbst beschaf- tigten intellektuellen "Aristokratie" weist die hermetische Padagogik auf dem Zauberberg eklatante Ubereinstimmungen auf. Anhand der erwahn- ten Todesmetaphern deutet der Roman die Gefahr fur die Humanitat an, die aus einem solchen Konzept der "Einsamkeit und Freiheit" des Geistes notwendig erwachst.

Ohne direkten und verbindlichen Bezug zur geschichtlichen Realitat, ohne die verpflichtende Anerkennung einer Verantwortlichkeit gegeniiber der sozialen Lebenswirklichkeit und -praxis, wird der "Adel des Geistes" mitsamt seiner selbstgeniigsamen Schongeisterei in seiner isolierten, geschutzten Treibhausatmosphare vom aktuellen Zeitgeschehen, in Form des Krieges, einfach uberroUt und im Sog der Gewaltsamkeiten hinweggeschwemmt.

Er hat zwar die Mittelposition des homo dei erkannt, die Verpflichtung zum Leben in alien seinen Formen, aber die Umsetzung der Erkenntnis in die Tat, in ein politisch-soziales Handeln in der Gesellschaft zum Nutzen der Menschheit, ist noch nicht erfolgt. Ob Castorp nun im Krieg sein Leben verliert oder nicht, ist letztlich, wie auch der Erzahler am Ende bemerkt, von geringer Bedeutung fur die Aussageintention des Romans: daB sich der Geist, will er sich im Dienste der Humanitat des Lebens in seiner Gesamtheit selbst verstehen, nicht aus seiner praktisch-sozialen, also seiner politischen Verantwortlichkeit zuriickziehen darf.

Mit dieser Einsicht ist zugleich auch eine Grenze der relativierenden Ironie bezeichnet, sofern diese mit den im Roman vorgefuhrten Posi- tionen bloB spielerisch diskutierend umzugehen gewillt ist. Diese Auffassung von Krankheit und Tod, als eines notwendigen Durch- ganges zum Wissen, zur Gesundheit und zum Leben, macht den Zauberberg zu einem Initiati- onsroman initiation story " Da diese Interpretation schon im Roman selbst ganz offenkundig angelegt ist, gibt es in der Forschung kaum eine Untersuchung, in der nicht mehr oder weniger ausftihrlich auf diese Figurenfunktionen und -beziehungen eingegangen wird.

Als reprasentativ kann hier die erschopfende Besprechung der Figurenkonstellation des Zauberbergs bei Jendreieck angesehen werden besonders Objektivitat ist Ironie, und der epische Kunstgeist ist der Geist der Ironie" Bibliographie Diersen, Inge. Thomas Mam: Episches Werk. Berlin: Aufbau, Holthusen, Egon.

Prof. Hans W Schmidt-Hannisa

Jendreieck, Helmut. Thomas Mann: Der demokratische Roman. Dusseldorf: Bagel, Bonn: Bouvier, Reinhold Grimm. Frankfurt a. Sprache und Literatur Stuttgart: Kohlhammer, Mann, Thomas. Gesammelte Werke in dreizehn Bdnden. Mayer, Hans. Thomas Mann.


  • Stop Bullying Now;
  • The Evolution Solution: The Intentional Candle Ceremonys Pathway to Peace!
  • Eine Untersuchung Der Gesellschaft in Thomas Manns "Zauberberg" - schotinsurdiscpan.ml.
  • Languages, Literatures, & Cultures - NUI Galway.
  • Rieckmann, Jens. Stuttgart: Heinz, Schelsky, Helmut. Diisseldorf: Berthelsmann, Sontheimer, Kurt. Helmut Koopmann.

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